Raurica Brandy
Ein Brandy aus AOC-Wein der Nordwestschweiz. Sechs Jahre im Eichenfass gereift, gebrannt in Sissach.
Spezifikation
- Basis
- Garanoir-Trauben, AOC Baselland (Pratteln)
- Reifung
- 6 Jahre im selben Eichenfass
- Lagerort
- Fasslager in Sissach
- Fass Nummer
- 200723
- Brenndatum
- 27. März 2020, General Sutter Distillery, Sissach
- Jahrgang
- 2020
- Alkoholgehalt
- 41 % vol
- Inhalt
- 70 cl
- Filtration
- unfiltriert
- Farbe
- dunkles Gold, natürlich aus der Fassreife
- Single Cask
- Einzelfassabfüllung
- Eichenfass
- 225 Liter, französische Eiche (Limousin), Küferei Vicard, Toasting M+L
- Vorbelegung
- einmalig 10 Monate Schweizer Pinot Noir
- Abfüllung
- von Hand, jede Flasche nummeriert
- Verschluss
- Korkzapfen, von Hand verschnürt
- Abfüllmenge
- 269 Flaschen
Charakter
Am Anfang von RAURICA Brandy steht ein Qualitätswein. Die Garanoir-Trauben (AOC Baselland) wuchsen in den Pratteler Weinbergen und wurden von Hand gekeltert. Der fertige Rotwein lagerte rund fünf Jahre im Chromstahltank, bevor er bei der General Sutter Distillery in Sissach langsam und schonend destilliert wurde.
Was danach kam, war Geduld. Das Destillat reifte sechs Jahre in einem Fass aus französischer Eiche, das zuvor mit Pinot Noir belegt war. Das gibt eine feine Holznote und zusätzliche Tiefe. Im Glas zeigt sich der Brandy in dunklem Gold.
Nase: Voluminös und intensiv. Im Vordergrund stehen süsse Rosinen und Marzipan, im Gleichgewicht mit der dunklen Frucht der Garanoir-Traube. Markante Holznoten verleihen dem Bouquet Tiefe und Charakter.
Gaumen: Kraftvoll, samtig und mit einem angenehm süsslichen Mundgefühl. Es entfaltet sich eine feine, wärmende Würze aus der langen Kellerruhe.
Abgang & Nachklang: Langanhaltend und tief. Eine dezent süsse Fruchtnote, gepaart mit dem reifen Charakter des Holzfasses.
Herkunft
Mein Grossvater Ruedi Schäfer war Winzer mit Leib und Seele: eigenständig, unermüdlich und mutig. Während andere die üblichen Weinsorten anbauten, setzte er auf die damals noch kaum bekannte Schweizer Rarität Garanoir. Aus dieser Kreuzung von Gamay und Reichensteiner kelterte er einen besonders kräftigen, dunklen Wein. Wir Enkel wuchsen zwischen den Reben auf und halfen beim «Herbschtä». Von klein auf war ich im Weinkeller dabei und erlebte hautnah, wie er den Traubensaft mit grosser Hingabe kelterte. Nach seinem plötzlichen Tod schien die Zeit stillzustehen. Jahrelang lag sein letzter Jahrgang unberührt in den Stahltanks, fast so, als hätte er darauf gewartet, wiederentdeckt zu werden.
Der Name RAURICA geht auf die Rauriker zurück, einen keltischen Stamm, der seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. das Gebiet der heutigen Nordwestschweiz besiedelte. Raurach ist der alte Name dieser Region, in der auch dieser Brandy entstanden ist.
Die Geschichte
Während der Corona-Krise las ich, dass eine lokale Destillerie Bier zu Desinfektionsmittel verarbeitete. Da kam mir der Gedanke: Im Keller meines Grossvaters lagerten noch Tausende Liter Wein. Könnte man damit in der Not nicht auch helfen? Ohne das nötige Wissen und die passende Infrastruktur suchte ich das Gespräch mit dem Brenner Roland Buser. Doch als der Wein schliesslich destilliert wurde, passierte etwas Unerwartetes: Die Qualität des Weinbrands war hervorragend.
Aus der Notlösung wurde eine neue Idee. Statt Desinfektionsmittel wagten wir das Unkonventionelle: Wir machten aus dem AOC-Wein einen Brandy. Ein wirtschaftliches Wagnis, doch die Geschichte war es uns wert. Im Jahr 2020 kam ein Teil des Destillats in ein Eichenfass, in dem zuvor Pinot Noir lagerte. Nach drei Jahren zeigte sich der erste unverkennbare Charakter, und heute, nach sechs Jahren geduldiger Reife, füllen wir ein Unikat ab: einen Brandy, der die Geschichte meines Grossvaters weiterträgt.
Weil der erste Brand überzeugte, wurde auch der restliche Wein aus den Stahltanks gebrannt. Diese zweite Charge liegt seit Mai 2024 in einem eigenen Fass und reift noch einige Jahre. RAURICA Brandy wird es deshalb in mehreren Jahrgängen geben.
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Kooperation
RAURICA Brandy ist das Ergebnis einer lokalen Zusammenarbeit. Mischa Lanz (Real Estate Club GmbH) brachte den Wein seines Grossvaters Ruedi ins Spiel. Veredelt wurde der Wein von Roland Buser (RAURICA GmbH): In der General Sutter Distillery in Sissach brannte er das Destillat mit viel Erfahrung und liess es Seite an Seite mit seinen Whiskyfässern reifen. Das markante Flaschendesign steuerte die Basler Agentur Gerschwiler & Berrel bei.
Kurze Wege und vertraute Hände: Am Ende steht ein Produkt, hinter dem Menschen aus der Region mit ihrem Namen stehen.
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14. November 2026 General Sutter Distillery, Sissach
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